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Ich nahm am Kongress "Die Unberechenbarkeit des Subjekts" in Frankfurt/M vom 21. bis 24. Juli 2011 teil und hielt dort das Eröffnungsreferat:

Zur Geschichte der Psychologiekritik


Näheres:
http://unberechenbarkeit.wordpress.com/programm/

dort (unter 'Vorlesung 1') findet sich ein Audiomitschnitt meines Referats zum Download. 







Vom 3. bis 5. März 2011 fand in Berlin ein Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) MACHT KONTROLLE EVIDENZ  statt, an dem ich teilnahm und auf dem ich ein Panel leitete:

http://2011.ngfp.de/

Mein Panel:

PANEL B
14:15-18:00 Uhr
Sinn und Technik
Moderation: Hans Peter Mattes

14:30 Uhr
Ernst Schraube
Soziale Symmetrie in der psychologischen Technikforschung

15:45 Uhr
Niklas Alexander Chimirri
Ausbruch aus der hegemonialen Lesart, oder:Wie kann die alltägliche Nutzung von Massenmedien gedacht werden?

17:00 Uhr
Vanessa Lux
Verschiebungen im biologischen Determinismus: Konsequenzen für die psychosoziale Praxis






In Vorbereitung ist ein Heft von Psychologie und Gesellschaftskritik
im Jahrgang 36, 2012, , das ich, voraussichtlich zusammen mit Barbara Zielke (Nürnberg), herausgeben werde :

Call for Papers


»Zum Glück?«



Eine verbreitete Meinung geht dahin, unser Alltagsleben sei ›psychologisiert‹, womit ausgedrückt werden soll, dass unsere Lebensführung maßgeblich in Begriffen und Konzepten diskursiviert sei, die der Psychologie entlehnt sind. Dafür spricht in der Tat vieles. Aber wie schauen diese bei genauerem Hinschauen aus, woher stammen diese Konstrukte, wie verhält sich ihr alltäglicher Gebrauch zur stattgefundenen
oder stattfindenden Konzeptionalisierung in einer entwickelten Wissenschaft, lassen sich in ihrer Genealogie tatsächlich wissenschaftlich verfasste Diskurselemente als Quellen ausmachen – und wo? Umgekehrt gefragt: Was konnte und kann die institutionalisierte wissenschaftliche Psychologie zur Gestaltung unserer Leben, zum Gewinn eines guten Lebens beitragen? Genauer: Welche effektive Macht übt die akademische Psychologie in der Lebensführung der Vielen in unserer Kultur aus?
Sprechen wir vom Glück. Davon ist in der späten Moderne, zumal im Postmodernismus, viel die Rede. Im Privaten, in den Medien, in Film, Literatur und den performativen Künsten, auch in esoterischen und eschatologischen Lehren und Ideologien. Ein Topos, der – unter dem Einfluss der christlich und kantianisch determinierten Ethik lange Zeit randständig, weil moralisch eher minderwertig – wieder philosophisch rezipiert und befördert wird. Unter Rückgriff auf antike Konzepte und Diskurse hat sich hier ein neues Denken über die Kunst der Lebensführung entwickelt. Kultur- und sozialwissenschaftlich haben sich Debatten um die Subjektivierung des Glücks ergeben, gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftlich wird über die Wirkung des Wohlbefindens in Institutionen und Organisationen gearbeitet. Die Neurowissenschaften haben die biologischen und physiologischen Grundlagen von Glücksgefühlen entdeckt und die Pharmakologie versucht daraus einschlägigen Nutzen (und Gewinn) zu schlagen. All das hinterlässt deutliche Spuren in den Diskursen und Praxen des individuellen sowie des sozialen Alltags.

Und die Psychologie? Es scheint, dass Glück kein bedeutendes Thema für unsere Disziplin darstellt. Es gibt kaum Monographien bzw. Sammelwerke, allenfalls taucht die Thematik implizit in therapeutischen Ansätzen, in Untersuchungen von psychosozialen Problemfeldern sowie in organisationspsychologischen Zufriedenheitsstudien auf. In aktuellen fachspezifischen Forschungsprojekten ist explizit nichts zu finden.
Hat die akademisch institutionalisierte Psychologie hier nichts zu sagen? Und wäre somit – trotz der augenfälligen ›Psychologisierung‹ unseres Alltagslebens – eher wirkungsarm, was ihr spezifisches Diskursgewicht in den angesprochenen Alltagspraxen betrifft? Reduziert überwiegend auf das, was sie als Teil der Neurokognitionswissenschaften oder als psychosoziale und klinische Interventionswissenschaft beizutragen hätte?
Psychologie & Gesellschaftskritik ruft dazu auf, uns zu diesen Vermutungen und Fragen Manuskripte oder Exposés zu schicken. Wir haben vor, sie im Jahrgang 2010 zu einem thematischen Heft zu bündeln.
Die Zusendung von Manuskripten erbitten wir bis zum 30. Juni 2011 an folgende Redaktionsadresse:

Psychologie & Gesellschaftskritik
c/o Dr. Ulrich Kobbé
iwifo-InstitutPostfach 30 01 25
D-59543 Lippstadt
e-mail: redaktion-pug@gmx.de


Realisierbare Ideen dazu oder gar schon Manuskripte, die in diesen thematischen Rahmen passen? Über eine Kontaktaufnahme würde ich mich sehr freuen.





Gerne möchte ich auch auf ein Projekt aufmerksam machen, das meine Herausgeberkollegin Barbara Zielke für Psychologie & Gesellschaftskritik
verantwortet: ein Heft zum Thema "Kritische Sozialpsychologie".

Hier der Call for Papers:
 
Kritische
Sozialpsychologie? 


 „Man muss also auch Politik treiben“ –  so drückte Alexander Mitscherlich in den 1950er Jahren seine Auffassung aus, sozialwissenschaftliche Studien seien selbstverständlich mit der Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse zu verbinden. Diese Auffassung lebt in vielen Sozialwissenschaftler/innen fort, die sich auch heute einer kritischen Tradition verpflichtet sehen. Jedoch steht diese kritische Tradition heute vor vielen Fragen. Das mit dem linguistic turn und dem cultural turn verbundene Lob von Bedeutungsvielfalt und Wertepluralismus scheint immer wieder in ein Dilemma zu führen: Kritik, die das Wissen voraussetzt oder impliziert, wie die Wirklichkeit eine objektiv bessere werden kann, hat sich als Engführung desavouiert oder steht selbst vor der möglichen Schwierigkeit zu einem topos zu werden, der nicht nur starr und unflexibel macht, sondern auch selbst Gefahr läuft, sich gegen Kritik zu immunisieren. Und: Wer sich „kritisch“ nennt, musste bislang angeben können, wer Subjekt der Kritik und wer Nutznießer/in der zu erreichenden Emanzipation ist. Auch dies ist eine klassische Voraussetzung kritischer Wissenschaft, die angesichts der Infragestellung eindeutiger Zugehörigkeiten und der Pluralisierung von Identität in der globalisierten Postmoderne immer schwieriger wird. Wo aber die Lösung im Anschluss an dekonstruktivistisch-postmoderne Bewegungen ausschließlich darin gesucht wird, sich auf ästhetische Formen subversiven Spiels als heute adäquate Form der Kritik zu beschränken, droht Eskapismus.   Wie also heute kritische Wissenschaft betreiben? Und wodurch muss eine sich auch heute noch „kritisch“ verstehende Wissenschaft ausweisen? Psychologie & Gesellschaftskritik will der Reflexion auf die Möglichkeiten einer kritischen sozialwissenschaftlichen Position in einer eigenen Ausgabe nachgehen – und zwar mit Blick auf die deutschsprachige Sozialpsychologie und das, was sich dort an „kritischen“ Orientierungen und Bewegungen findet. Indem wir uns in dieser Ausgabe mit Ansätzen aus dem deutschsprachigen Raum konzentrieren, schließen wir auch an das Heft 117, „Critical Psychology“, an, welches sich mit kritisch-psychologischen Ansätzen aus dem englischen Sprachraum, hauptsächlich Großbritannien, befasste.   Willkommen sind uns Beiträge aller, die sich heute als Sozialpsycholog/innen einer kritischen Tradition verpflichtet sehen.

Die Zusendung von Abstracts oder ausgearbeiteten Manuskripten erbitten wir bis zum 30. Juni 2011 an folgende Redaktionsadresse: Psychologie & Gesellschaftskritik c/o Dr. Ulrich Kobbé iwifo-Institut Postfach 30 01 25 D-59543 Lippstadt eMail: redaktion-pug@gmx.de